Willkommen auf meiner Tributseite für das 311'er Coupé -
dem wohl elegantesten Fahrzeug der gesamten 311'er-Reihe.

 


Willkommen auf meiner Tributseite für das 311'er Coupé !
Die Wartburg 311 Baureihe war sicherlich eine der gestalterisch gelungensten Fahrzeugreihen der Automobilindustrie des ehemaligen Ostblocks. Mein persönlicher Favorit ist das Coupé.

Der Werbeprospekt von 1961 preist das Coupé mit folgenden Worten:

Das Wartbug Coupé repräsentiert in Form und Inhalt die sportliche, zugleich aber auch sehr elegante Linie. Dieser Wagen mit seiner speziellen Dachausführung - einem sogenannten hardt-top, ohne Mittelpfosten, mit durchgehend voll versenkbaren Seitenfenstern und Panorama-Heckscheibe - ist zweitürig und 2/2sitzig, wobei die “Notsitze” jedoch in jeder Hinsicht durchaus vollwertig sind. In Verbindung mit dem sehr großen Kofferraum ergibt die erstklassige Inneneinrichtung auch eine Doppelliegestätte. Neben dem formschönen Aufbau kennzeichnet die hochwertige Ausstattung die außerordentliche, exklusive Note dieses stets aufsehenerregenden Wagens.



Mir fällt es schwer, noch weiteres Lob hinzuzufügen. Das Design ist aus meiner Sicht zeitlos schön und wirklich elegant. Auch die Innenausstattung überzeugt: bequem, und mit Liebe zum Detail entworfen. Bemerkenswert ist die perfekt zur Liegefläche klappbare Sitzkonstruktion der beiden Sitzreihen.

Einiges zur Geschichte des Automobilwerkes Eisenach

EMW 340
Nach dem Kriegsende 1945 wurde im BMW-Werk Eisenach mühsam damit begonnen, wieder eine Automobilproduktion in Gang zu bringen.
Zu Beginn wurden das Vorkriegsmodell BMW 321 und das Motorrad BMW R35 gefertigt und als Reparationsleistung an die Sowjetunion geliefert.
Im Frühjahr 1948 erfolgt die Vorstellung der ersten deutschen Nachkriegs-PKW-Entwicklung, des BMW 340, der im Oktober 1949 in Serienproduktion ging.




BMW_logo EMW_logo Im Stammwerk in München war man auch nur sehr mühsam wieder zu einer Serienproduktion von Motorrädern gekommen. Die erfolgreichen Exporte der PKW-Modelle in die Westsektoren und Nachbarländer waren für BMW eine unangenehme Tatsache. So wurde 1951 eine Klage gegen den Importeur in Düsseldorf angestrengt. Der Prozeß endete zwar mit einem Vergleich, aber schlußendlich dem Verlust des Markennamens BMW für Eisenach. Aus den Bayerischen Motoren Werken BMW in Eisenach wurden die Eisenacher Motoren Werke EMW, aus dem weiß-blauen Rotor auf dem Kühler ein rot-weißer (die Landesfarben Thüringens).


EMW 327
Von 1948 bis 1955 wurde der EMW 327 gefertigt, eine Weiterentwicklung des Vorkriegsmodells BMW 327. Die Fertigung des unter hochdekorierten DDR-VIP's sehr beliebten Cabrios wurde 1952 ins Karosseriewerk Dresden - der ehemaligen Karosseriewerkstatt Gläser - verlegt. Hier entstand auch das sehr gelungene EMW 327 Coupé, allerdings nur 152 Stück.
Eines davon wurde gar geadelt - der belgische König hatte ein Exemplar geordert.









F9
Ab 1953 wurde der zweitaktende IFA F9 in Eisenach hergestellt - nicht gerade zur Begeistung der Belegschaft, die bis dahin hochwertige Sechszylinder-Autos hergestellt hatte. Der F9 war eine Weiterentwicklung eines kriegsbedingt gestoppten Audi-Projektes und wurde bis 1953 im Zwickauer Audi-Werk gefertigt. Er war mit einem 3-Zyl. Zweitakter mit 900ccm ausgestattet. Wieder schuf das Karosseriewerk Dresden Sonderaufbauten, diesmal das F9 Cabrio und die F9 Cabrio Limousine, und fertigte auch größere Stückzahlen der Limousinenaufbauten für die Produktion in Eisenach. Ein gelungener Roadster fand nicht den Weg in die Serienproduktion. Der ab 1950 in der Bundesrepublik gefertigte F89 Meisterklasse, der dem F9 zum Verwechseln ähnelte, hatte ursprünglich nur einen 2-Zyl. Zweitakter. Für DWK Düsseldorf schuf die Osnabrücker Karosserieschmiede Karmann ein ziemlich identisch aussehendes Cabrio. Eine Zusammenarbeit zwischen DKW-West und -Ost gab es allerdings nicht.







Rennsportliches

AWE_1500
Aufbauend auf den Vorkriegsrennwagen auf BMW 328 Basis wurden nach 1951 wieder Rennfahrzeuge entwickelt. Der größte internationale Erfolg in dieser Zeit war zweifellos der Avus-Sieg in neuer Rekordzeit im Jahre 1952. Nach Beendigung der Rennsaison 1952 erfolgte die Verlegung des Rennkollektivs nach Eisenach und die Einbeziehung der Rennabteilung in den Volkseigenen Betrieb Automobilfabrik EMW. Ende 1953 entschloß man sich in Eisenach zur Schaffung eines fast völlig neuen Fahrzeuges. Dieser neue Rennsportwagen reifte vom ersten Start 1954 in Leipzig bis zur Beendigung dieser Rennsaison so weit aus, daß es gelang, mit ihm bereits Ende 1954 Weltbestleistungen aufzustellen.






Einiges zur Geschichte des Wartburg 311

Unter Leitung des damaligen Werkleiters Zimmermann wurde auf Basis des F9 ein neuer Wagen entworfen. Um diese Neuentwicklung überhaupt möglich zu machen, war es notwendig die politische Führung, die zu diesem Zeitpunkt keinen Bedarf sah, zu überrumpeln. Der Wartburg 311 wurde heimlich gebaut und ebenso heimlich, bei Nacht und Nebel, nach Berlin gefahren. Das Konzept ging zum Glück auf - die DDR-Führung war erst entsetzt und dann sehr stolz. Martin Zimmermann bekam allerdings eine kräftige Geldbuße auferlegt.

311 Camping
Der Wartburg 311 wurde in 11 verschiedenen Ausführungen angeboten. Am beliebtesten waren der Wartburg 311-Camping, ein sportlicher Kombi, und die Wartburg 311-Luxuslimousine mit Stoffschiebedach. Die Karossen des Camping und des Coupés wurden in Dresden, beim ehemaligen Karosseriebauer Gläser gezeichnet. Gläser war bereits vor dem Krieg bekannt für atemberaubend schöne Karosserien (u.a. für Horch und Audi).





313
Der mit Sicherheit sportlichste Wartburg 311 war kein 311, sondern ein 313 ! Dieser Roadster konnte internationale Schönheitskonkurrenzen für sich entscheiden und brachte diverse Designpreise nach Eisenach. Auch dieser Entwurf entstand beim ehemaligen Karosseriebauer Gläser in Dresden.

















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